Einzelausstellung
auf dem Kongreß "Visualization in Biomedical Computing"
22.9. - 25.9.1996, Universität Hamburg
22.9. - 25.9.1996, Universität Hamburg
"Its goal is to enhance and promote the science of computer based visualization of biomedical information, especially of the human body."
Einladung zur Ausstellung von Prof. Dr. Karl Heinz Höhne
Das Voxel-Man-Projekt
Geschichte und Entwicklungen des VOXEL-MAN-Projekts des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (1984-2020)
Konferenz "Visualization in Biomedical Computing
22.9. - 25.9.196 an der Universität Hamburg
Bild-/Text-Quelle
Thorsten Kirsch zu seinen Arbeiten
1993 wurde in Texas ein 39jähriger Mann nach seiner Exekution von Wissenschaftlern mit Röntgengeräten, Computer- und Kernspintomographen vermessen. Anschließend wurde er eingefroren und Millimeter für Millimeter abgetragen und mit einer digitalenKamera fotografiert. Diese Daten sind die Grundlage für einen interaktiven 3-D-Anatomie-Atlas, der am Hamburger Institut für Mathematik und Datenverarbeitung in der Medizin entstanden ist.
Die Körperteile - wie der Schädel - werden mit Millionen von Voxeln beschrieben, die den Ort im Körper, die Zugehörigkeit zu dem Körperteil und die Farbe beinhalten. Daraus entsteht in der Gesamtheit der Daten der Voxel Man. Per Mausklick können einzelne Körperteile separat betrachtet , Gewebe- und Muskelschichten abgezogen und einzelne Blutgefäße und Nervendargestellt werden.
Einzelausstellung auf dem Kongreß "Visualization in Biomedical Computing"
"Its goal is to enhance and promote
the science of computer based visualization of biomedical information, especially of
the human body."
22.9. - 25.9.1996, Universität Hamburg
"Its goal is to enhance and promote
the science of computer based visualization of biomedical information, especially of
the human body."
22.9. - 25.9.1996, Universität Hamburg
Bereits seit Anfang der neunziger Jahre habe ich mich in Radierungen, Collagen, Siebdrucken, Malerei und immer wieder im Medium der Zeichnung mit der Darstellung von Körperfragmenten auseinandergesetzt.
Im Rahmen einer Ausstellung in Hiroshima im Jahr 1992 hatte ich zwei grossformatige Zeichnungen präsentiert, die den menschlichen Kopf und Schädel isoliert, fragmentiert darstellen. Der Titel einer Arbeit aus dieser Ausstellung lautete exemplarisch für mein Interesse „ Weg nach Innen“, eine Gedankenspiel auch mit den Begrifflichkeit des Zen, eingeschrieben in der Arbeit als japanisches Schriftzeichen.
Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Jörg Zimmermann schreibt im Ausstellungstext: „ In einem Zwischenbereich quasi-organischer Formgenese spielen die Bilderfindungen von Thorsten Kirsch: Mischwesen, deren Körper wie in Röntgenbildern einen merkwürdigen inneren Bau sichtbar werden lasse. Die Koloristik unterstützt dabei die von grafischen Gesten provozierten Anmutungen.“
Die 1995 beim Kunstpreis der IG Metall Mannheim „Zukunft der Arbeit-Arbeit der Zukunft“ gewürdigte Arbeit „The human family-creating people of all types“ beschäftigte sich auch mit der gegenwärtigen Machbarkeit von Bildern und der vormaligen äusseren Betrachtungsweise in den Künsten.
Der Arbeitstitel geht zurück auf Arbeiten und satirische Texte von William Hogarth`s „Analysis of Beauty“, wie in einem Baukastensystem wird in Hogarth`s Arbeiten das zeitgenössische Repertoire an Bildbestandteilen, Mimiken, Ornamente, Grundformen verknüpft und zu einer Art Malertraktrat oder Kanon der Mal-und Zeichentechniken seiner Zeit. In meiner Arbeit werden Ansichten aus der Medizinischen Bildgebung verknüpft mit einfachen Ellipsen, jedes Zeichnen auch des Körpers kann mit ellipsoiden Zeichenschwüngen beginnen und sich an mathematischen Grundformen orientieren. Teile des Bildes wachsen dann mittels pastosem Farbauftrag aus dem Papier und zeigen auf, das es sich hier nicht um illusionistische Präsenz geht, sondern um das Spiel mit den Darstellungsmöglichkeiten.
Immer wieder arbeitete ich auch mit der Nähe der Darstellung in Abbildungen der Medizin und deren div. bildgebenden Verfahren. Der Philosoph Paul Virilio schreibt in seinem Essayband „Rasender Stillstand“ von dem Verlust der Standebene. Bezog sich diese Umschreibung auf die „Beleuchtung“ mittels Videoskopie, die Möglichkeit also, zum ersten Mal mittels Lichtleitern zeitgleich zumindest optisch an einem anderen Ort zugegen zu sein, faszinierte mich ab der ersten Begegnung mit den Bildern des IMDM und des Voxel Man der Gedanke das hier Bilder entstehen, die so dem Menschen und seinem Sinnessystem vorher nicht zugänglich waren, und auch das Kriterium erfüllen unsere, meine Standebene zu verändern.
Ein weiterer Punkt in aller Kürze ist die Frage nach der Ikonographie dieser Bilder gewesen.
Ich habe mich von Anfang an gefragt, in wieweit diese Bilder kulturell „kontaminiert“ sind, und ob den Wissenschaftlern dieser Aspekt so deutlich ist wie mir. Auch wenn die Darstellungen auf Daten basieren, die auf den ersten Blick rein technologisch erzeugt sind, so sind die Endresultate gestaltet, bearbeitet, erklärend gewählt und somit transformiert in eine neue Bildsprache.
So müssen diese Bilder in ihrer Darstellungsform, d.h. Ausschnitt, Perspektive, Farbgebung etc. auf ihren kulturellen Hintergrund betrachtet werden. Wenn ich computergenerierte Darstellungen von Körperteilen wie z.B. den Schädel betrachte, sehe ich auch immer wieder die Nähe zur Darstellungen in Votivbildern und Skulpturen wie z. B. den „Johannesschüsseln“.
Ich habe mich von Anfang an gefragt, in wieweit diese Bilder kulturell „kontaminiert“ sind, und ob den Wissenschaftlern dieser Aspekt so deutlich ist wie mir. Auch wenn die Darstellungen auf Daten basieren, die auf den ersten Blick rein technologisch erzeugt sind, so sind die Endresultate gestaltet, bearbeitet, erklärend gewählt und somit transformiert in eine neue Bildsprache.
So müssen diese Bilder in ihrer Darstellungsform, d.h. Ausschnitt, Perspektive, Farbgebung etc. auf ihren kulturellen Hintergrund betrachtet werden. Wenn ich computergenerierte Darstellungen von Körperteilen wie z.B. den Schädel betrachte, sehe ich auch immer wieder die Nähe zur Darstellungen in Votivbildern und Skulpturen wie z. B. den „Johannesschüsseln“.
Interessanterweise gibt es auch in der Ikonenmalerei keinen Fluchtpunkt, keine Perspektive, somit keine Standebene, der Betrachter soll den Raum, das Irdische verlassen.
Gerade in der Farbigkeit immer wieder die Frage, wo kommt das her, wer hat das den dargestellten Körperfragmenten umgebende Kolorit ausgewählt. In der Ikonenmalerei wird dieser Raum dem Betrachter entrückt, indem er durch die Farbe Gold zu einem tranzendentalen Äther erklärt wird(Tabor Licht).
Gerade in der Farbigkeit immer wieder die Frage, wo kommt das her, wer hat das den dargestellten Körperfragmenten umgebende Kolorit ausgewählt. In der Ikonenmalerei wird dieser Raum dem Betrachter entrückt, indem er durch die Farbe Gold zu einem tranzendentalen Äther erklärt wird(Tabor Licht).
Es wird also bewußt eine Farbe eingesetzt die in der Natur in unserem Sinnessystem in dieser Funktion nicht verortet ist.
Auch hier wieder die Frage nach dem Standpunkt, der Standsebene, dem Ursprung der Lichtquelle. Indem ich Bilder betrachte, die wie selbstverständlich im inneren Raum des Körpers verortet sind, bin ich wieder in einem Bereich des Sehens, der ansonsten nicht zugänglich ist.
Auch wenn uns das Heute wie selbstverständlich erscheint, gerade durch das CGI (Computer Generated Imagery )hat eine unglaubliche Gewöhnung an diese Bildwelten stattgefunden, ist es mir immer wieder wichtig zu betrachten und zu überprüfen, wo ich im wahrsten Sinne des Wortes stehe.
Auch wenn uns das Heute wie selbstverständlich erscheint, gerade durch das CGI (Computer Generated Imagery )hat eine unglaubliche Gewöhnung an diese Bildwelten stattgefunden, ist es mir immer wieder wichtig zu betrachten und zu überprüfen, wo ich im wahrsten Sinne des Wortes stehe.
Ich erinnere mich, dass ich mit einem Teil dieser Fragen, Thesen und meinen Arbeiten im Jahr 1996 bei Herrn Prof. Höhne auftauchte und auf wirklich reges Interesse an dem Austausch zwischen Bildender Kunst und Wissenschaft stieß, und finde das Thema immer noch aktuell.
Veröffentlichungen 1996 von Karl Heinz Höhne
Karl Heinz Höhne (ed.): VOXEL-MAN, Part 1: Brain and Skull, Version 1.1. Springer-Verlag Electronic Media, Heidelberg, 1996 (CD for UNIX Workstations and Linux PCs, ISBN 3-540-14584-2).
Karl Heinz Höhne, Ron Kikinis (eds.): Visualization in Biomedical Computing, Proc. VBC ’96. Lect. Notes Comput. Sci. 1131, Springer-Verlag, Berlin, 1996.
Karl Heinz Höhne, Bernhard Pflesser, Andreas Pommert, Martin Riemer, Thomas Schiemann, Rainer Schubert, Ulf Tiede: A ‘virtual body’ model for surgical education and rehearsal. IEEE Computer 29 (1), 1996, 25-31.
Karl Heinz Höhne, Bernhard Pflesser, Andreas Pommert, Martin Riemer, Thomas Schiemann, Rainer Schubert, Ulf Tiede: A new representation of knowledge concerning human anatomy and function. In Jan H. van Bemmel, Alexa T. McCray (eds.): IMIA Yearbook of Medical Informatics 1996: Integration of Information for Patient Care. Schattauer, Stuttgart, 1996, 525-529.
Karl Heinz Höhne, Andreas Pommert: Volume visualization. In Arthur W. Toga, John C. Mazziotta (eds.): Brain Mapping: The Methods. Academic Press, San Diego, CA, 1996, ch. 17, 423-443.
Karl Heinz Höhne, Kay Priesmeyer, Martin Riemer, Thomas Schiemann, Rainer Schubert, Ulf Tiede, Andreas Pommert, Hans-Christian Wulf: Exploring the Visible Human via “intelligent movies”. Radiology 201 (P), 1996, 564 (abstract). [RSNA Cum Laude Award]